Siebdruckfarben Textil, Papier etc.

Verschiedene Arten und Verwendungsmöglichkeiten von Siebdruckfarben. Es gibt sehr viele verschiedene Hersteller und Farbarten, und im Prinzip kann man mit nahezu jeder Farbe siebdrucken. Die Frage ist immer, welches Druck- und Fixierungsverfahren man wählt, welchen Bedruckstoff man hat und welche Eigenschaften das Druckergebnis haben soll. Das ergibt eine Fülle von Möglichkeiten. Für jeden Zweck kann man fertige Farben kaufen. Darüber hinaus verwenden vor allem industrieelle Siebdrucker noch selbst angemischte Farben, um sie an ihre spezifischen Druckbedingungen anzupassen. Ich nenne hier die wichtigsten Farbarten, deren Verwendung und jeweils einige Farbbeispiele.

Wichtige Begriffe:
Eine Farbe einstellen – Einstellen der gewünschten Konsistenz je nach Druckbedingungen
Topfzeit der Farbe – Länge der Verarbeitungsdauer einer Farbe beim Druck, bis diese nicht mehr zum drucken verwendet werden kann.
Echtheit der Farbe – Beschreibt allegemein die Beständigkeit/Qualität der Farbe. Faktoren wie Reibecht, Lichtecht, Waschecht, Stoffecht und Bleichbeständigkeit gehören dazu.

 

Textildruckfarben

Wasserbasierte Textildruckfarben

Weit verbreitet. Enthalten Wasser, sind mit Wasser verdünnbar und mit Wasser abwaschbar. Sie lassen sich einfach verarbeiten. Sie trocknen aber nach einiger Zeit an. Die Farben sind generell gut untereinander mischbar. Die Farbe lässt sich gut ins Gewebe eindrücken. Es gibt den Unterschied zwischen Hitzefixierung und Kaltfixierung. Hitzefixierung ist verbreiteter – der Druck wird mit geeignetem Trockner thermisch fixiert. Kaltfixierung funktionieren chemisch durch die Zugabe von Fixiermitteln, es ist besonders für synthetische Textilien geeignet weil diese temperaturempfindlich sind. Hitze- und Kaltfixierung lassen sich auch kombinieren um sehr beständige Drucke zu machen (bis zu 60°C). Einige Wasserbasierende Farben sind auch für den Transferdruck geeignet.

Farbbeispiele wasserbasiert:
dekaprint 2000
sico sicotex/opatex
tiflex hydrocolor/aquadir/aquatrans
pröll aquatex

 

Plastisolfarben

Auf dem Vormarsch. Enthalten Kunststoffanteile, sind nur mit Lösungsmitteln verdünnbar und abwaschbar. Die Verarbeitung ist schwieriger, und nicht für Anfänger geeignet. Sie trocknen nicht von selbst sondern müssen mit einer Trockenpresse “geflashed”, also mit Hitze fixiert werden. Die Farbe steht als fühlbare Schicht auf dem Stoff, wirkt im Vergleich zu in den Stoff einziehenden Wasserfarben eher wie eine dünne aufgeklebte Folie. Sie hat eine sehr hohe Deckkraft und wird besonders gerne bei hellen Drucken auf dunklem Stoff verwendet. Man kann die Farben direkt oder im Transferdruck (Plastisoltransfer) drucken. Beim Plastisoltransfer wird spiegelverkehrt auf ein Transferpapier gedruckt. Der Druck kann sogar gelagert werden und später auf ein Textil aufgepresst werden.

Farbbeispiele Plastisol: sico sicoplast, tiflex flashcolor

 

2Komponenten Farben

kaltfixierende Farben für Kunststoffgewebe und Baumwolle.

Farbbeispiele 2-Komp.: marabu maraflor

 

Druck auf Papier

Wasserbasierte Farben

Für den Druck auf Papier eignen sich wasserbasierte Textildruckfarben. Es können auch normale Goache Farben, die es in jedem Künstlerbedarf-Laden gibt, verwendet werden. Diese können mit einer speziellen farblosen Siebdruckpaste und Wasser in die gewünschte Konsitenz gebracht werden. Je nachdem welchen Deckungsgrad man will und welches Papier man bedruckt. Mit lasierenden Tönen, also mit hohem Anteil der farblosen Siebdruckpaste, kann man grafisch interessante mehrschichtig gedruckte Motive machen. Es gibt darüber hinaus auch einige wasserbasierte Lacke die dann aber eher mattes Erscheinungsbild haben.

Farbbeispiele wasserbasiert:
dekaprint 2000
sico aquaset / sicotex / opatex
marabu maraplak
tiflex hydrocolor / aquadir
coates screen tl / cp / uvn / uvp / uve (UV)
pröll aquacell aqua-jet

 

Siebdruck Lacke

Besonders wenn ein hoher Glanz gewollt ist kann man lösemittelhaltige Lacke einsetzen. Die meisten Siebdrucklacke trocknen nicht so schnell an. Man nennt es “hohe Sieboffenhaltung”, weil der Lack nicht so schnell die offenen Maschen im Sieb zusetzt. Oft werden UV-härtende Lacke verwendet, die nach einigen Sekunden unter einem UV-Licht aushärten.
Es gibt auch Lacke die besonders flexibel sind, mit denen sich verformbares Papier und Plastikteile bedrucken lassen.

Farbbeispiele lösemittelbasiert:
marabu maragloss / libra… / ultragpraph(UV)
pröll color-jet / norijet

 

Druck auf Holz, Kunststoff, Metall und Keramik

Holz

Es können im Prinzip die selben Farben wie für Papier verwendet werden.

Metall

Hier werden vor allem 2-Komponentenlacke verwendet

Farbbeispiele:
sico Pox
marabu marapur / ultraplus
coates screen a / o
pröll norilit

Keramik

Farbbeispiele:
marabu glasfarbe / ultraglass
coates screen z / gl,
pröll norilit

Kunststoff

Farbbeispiele:
marabu maragloss / libra… / ultraform / ultragpaph(UV)
coates screen hg / sg / cx / pk / j / z
coates screen uvu / uvx-a (UV)
pröll norilit

 

Siebdruck-Bronzen und Glitter

Mit “Bronzen” erreicht man eine Farbe mit metallischen Glanz. Es gibt Bronzen zum einmischen in lösungsmittelbasierte Farbsysteme. Sie werden als Pulver, Pasten oder fertige Farbe verkauft. Die Korngröße reicht von ca. 10μ bis ca. 60μ.
Es werden aber auch fertige wasserbasierte Metallicfarben (dekaprint 2000) angeboten.
Glitter sind größere Metallflakes mit einer Korngröße bis zu 300μ. Man kann Glitter zum einrühren oder fertige Glitterfarben kaufen. Hierbei sollte man aber sein Gewebe sorgfältig auswählen um die Maschen nicht zu verstopfen!