Siebbeschichtung

In diesem Artikel geht es um die Beschichtung eines Siebes. In aller Regel ist dies der erste Arbeitsschritt bei der Erstellung einer neuen Siebdruckvorlage.

Ich habe den Vorgang einmal anschaulich fotografiert und zeige mit den Bildern die wichtigsten Dinge.

//Das Material

Siebdruck Siebbeschichtung Material

Siebbeschichtung Material

1. Siebdruckrahmen aus Aluminium mit neuem Gewebe

Siebdruckrahmen aus Aluminium sind der Standard beim Siebdruck. Sie zeichnen sich durch Steifigkeit und geringes Gewicht aus. Allerding sind sie in der Anschaffung nicht ganz billig. Häufig findet man aber auch gebrauchte Rahmen zu guten Preisen. (Mehr zur Materialbeschaffung demnächst hier->)
Als Alternative zu Aluminium kann man auch Rahmen aus Holz kaufen, oder selbst bauen. Das ist am Ende oft billiger und je nach Bauart auch ausreichend stabil für z. B. den Textildruck. Als Material kann ich Multiplex in einer Stärke von mindestens 12mm empfehlen.

2. Beschichtungsrinne

Die Beschichtungsrinne sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Kopierschicht-Masse auf dem Sieb.

3. Kopierschicht

Das ist eine dickflüssige, zähe Masse die die Poren des Siebes verschließt und die spätere Belichtung des Druckmotivs ermöglicht. Die Emulsion ist meist in lichtundurchlässigen Pötten gelagert da sie lichtempfindlich ist.
( Mehr zur Belichtung der Kopierschicht demnächst hier-> )

 

// Die Beschichtung

Man gibt zuerst die Masse in die an den Seiten geschlossene Rinne hinein.

Siebdruck Sieb wird beschichtet mit Beschichtungsrinne

Sieb mit Beschichtungsrinne vor der Beschichtung

Nachdem man die Rinne ans Sieb gelegt, und das Sieb nach hinten gekippt hat, streicht man die Kopierschicht in einem Zug gleichmäßig auf das Sieb. Dabei schön Gleichmäßig mit und mit gefühlvollem Druck die Rinne in einem Zug führen. Ich halte sie etwa in einem 45 Grad Winkel (Also noch etwas mehr neigen als auf dem Foto). Wenn man mit der Rinne oben angekommen ist, kippt man die Rinne nach hinten, sodass der Rest der Kopierschicht-Masse in die Rinne zurückläuft. (Man kann auch das ganze Sieb mit der Rinne kippen, ist aber Übungssache) Das sollte dann so aussehen:

Siedruck Sieb frisch beschichtet

Frisch beschichtetes Sieb

Ab diesem Zeitpunkt, solange die Kopierschicht noch feucht ist, sollte das Sieb an einem vollständig dunklen und staubfreien Ort getrocknet werden. Man kann auch mal vorsichtig mit einem Fön, aus einem halben Meter Abstand, nachhelfen wenn es schnell gehen soll. Im getrockneten Zustand kann es dann bis zum nächsten Arbeitsschritt, der Belichtung, z. B. in einem lichtdichten Beutel verstaut werden.

unbelichtetes Siebdruck Sieb in lichtgeschütztem Beutel

unbelichtetes Sieb in lichtgeschütztem Beutel

 

 

Was ist Siebdruck? Ein kurzer Einstieg in die Materie.

Das Prinzip des Siebdrucks würde ich grob so umschreiben:

Man streicht Farbe durch eine Schablone hindurch auf ein Material.

Das klingt relativ simpel. Wenn man noch nie mit dem Siebdruck zu tun hatte ist es aber doch schwer vorstellbar wie das ganze funktioniert. Der Siebdruck ist nämlich ganz anders als die Druckverfahren die man schon kennt – z.B.: Linoldruck, Kartoffeldruck, Buchdruck oder auch der gute Bürodrucker.

Schauen wir uns nun den Siebdruck etwas genauer an. Wir beginnen mit der

Farbe

Siebdruck kann man mit unterschiedlichsten Farben betreiben. Es können eine Vielzahl an Materialien bedruckt werden, mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Siebdruckfarben – z.B.: Lacke, Textildruckfarben, Wasserfarben. Im Prinzip kann man mit allem was flüssig ist und eine feine struktur hat drucken. Hier ein wenig Textildruckfarbe:

Siebdruckfarbe Textildruckfarbe

Siebdruck Textildruckfarbe

 

Schablone=Sieb

Das Sieb ist die Schablone durch die die Farbe gestrichen wird. Das Sieb wird auf das zu bedruckende Material (Bedruckstoff) gelegt, man gibt die Farbe auf das Sieb und streicht die Farbe einmal über die Schablone. Dabei wird die Farbe durch das Sieb auf den Bedruckstoff aufgetragen. Das Siebdruck-Verfahren zählt deshalb zum Druckverfahren mit dem speziellen Namen Durchdruck.

Um die Farbe durch das Sieb zu streichen braucht man einen Rakel. Der Rakel ist ein Werkzeug mit einer Gummikante. Mit ihm kann man die Farbe gleichmäßig auf dem Sieb hin und her streichen. Man hebt dann das Sieb an und fertig ist das Druckbild.

Siebdruck Druckvorgang mit Rakel

Siebdruck Druckvorgang mit Rakel

Siebdruck Druckvorgang Durchdruck

Druckvorgang

Siebdruck Druckbild

Druckbild

 

 

Material=Bedruckstoff

Als Bedruckstoff eignen sich Textilien, Papier, Holz und Kunststoffe, aber auch Keramik, Metall und Glas kann man bedrucken. Für jeden Bedruckstoff gibt es eigene geeignete Siebe und Farben.

Das sind erst einmal die wichtigsten Begriffe im Siebdruck. Doch ein Frage haben wir noch nicht beantwortet:

Wie kommt eigentlich das Motiv auf das Sieb?

Wie ein Sieb mit Motiv bzw. eine Schablone erzeugt wird beschreibt der Artikel: (FOLGT) Siebbelichtung – So kommt das Motiv auf das Sieb

Zum Nachlesen von weiteren Details empfehle ich den Siebdruck Wikipedia Artikel